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iRollstuhlberater

Was ist ein Rollstuhl

Ein Rollstuhl dient definitionsgemäß der Beförderung von Menschen, deren Gehfähigkeit eingeschränkt ist. Es ist aber weit mehr as ein Fortbewegungsmittel. Es ist ein Hilfsmittel, welches auf die Bedürfnisse des Menschen angepasst werden sollte. Ein Rollstuhl hat die Aufgabe die Restbeweglichkeit so gut wie möglich zu unterstützen. Die Grundausstattung eines Rollstuhls sind sein Fahrwerk und die Sitzeinheit.

  1. Schiebegriffe
  2. Ein guter Rollstuhl hat höhenverstellbare Schiebegriffe, die sich optimal auf die Position der schiebenden Person einstellen lassen. Für den regelmäßigen Schiebebetrieb sollte der Rollstuhl mit Trommelbremsen ausgestattet sein, deren Bremshebel sich am Schiebegriff befinden

  3. Antriebsräder
  4. Antriebsräder gibt es in unterschiedlichen Materialien und Konstruktionsarten. Während Felgen und Speichen in der Regel aus Stahl sind, wird die Achsaufnahne aus Aluminium gefertigt. Die Radgröße richtet sich vor allem nach der Körpergröße des Rollstuhlfahrers und der eingestellten Sitzhöhe. Für die Auswahl der Reifen sind Grip, Sicherheit, Rollwiderstand und Komfort wichtige Aspekte. Große Räder haben in der Regel einen geringeren Rollwiderstand als kleine Räder, wobei der ideale Reifendruck bei 6 bis 10 bar liegt. Wobei sich ein zu hoher Reifendruck auch nachteilig auf die Dämpfung auswirkt. Pannensichere Vollgummireifen haben durch ihr höheres Gewicht auch einen erheblich höheren Rollwiderstand. Einen guten Kompromiss bieten hier pannengeschützte Reifen, die über einen Eindringschutz verfügen. Die Greifreifen sollten griffig, kratzfest, wärmeleitend und leicht sein, weshalb sich Greifreifen aus Edelstahl am besten eignen. Zur Verhinderung von Verletzungen durch das Greifen in die Speichen, sollte ein Speichenschutz angebracht werden. Hier gibt es viele schöne Designs, die den Speicenkrant abdecken

  5. Greifreifen
  6. Der Greifreifen dient zum Antrieb des Rades mit den Händen und ist seitlich, mit etwas Abstand, an den Felgen montiert. Der Abstand kann mittels unterschiedlicher Steglängen auf die Bedürfnisse des Nutzers eingestellt werden. Zur Vermeidung von Fingerverletzungen werden die Stege mit einem kurzen Gummistück umhüllt. Der Handel führt auch Räder, wo Felge und Greifreifen eine Einheit bilden. Die Gefahr von Verletzungen durch die Greifreifenspalten entfällt, ebenso werden hierbei auch die Reifen nicht durch Schrauben in den Felgen beschädigt.

  7. (Steck-)Achse und Schwerpunkt
  8. Der Schwerpunkt beeinflusst die Fahreigenschaft des Rollstuhls erheblich. Je näher der Schwerpunkt in der vertikalen Linie mit der Achsaufnahme liegt, desto wendiger ist der Rollstuhl. Ebenso wird der Rollwiderstand geringer und der Rollstuhl lässt sich leichter lenken. Je weiter der Schwerpunkt allerdings nach hinten verlagert wird, desto größer ist die Gefahr des nach Hintenkippens. Ungeübte Fahrer können diese Gefahr allerdings mit geeigneten Stützrädern, die hinten am Rollstuhl befestigt werden, abmildern, bzw. den Schwerpunkt so einstellen, dass ein stabiles Fahren möglich ist. Bei Aktivrollstühlen kann der Schwerpunkt, durch horizontales und vertikales verstellen von Lenk- uns Antriebsrädern, exakt eingestellt werden.

  9. Bremsen
  10. Rollstühle werden in der Regel vom Nutzer am Greifreifen abgebremst. Andere Verzögerungsbremsen gibt es nicht. Darüberhinaus verfügt ein Rollstuhl über verschiedene Arten von Feststellbremsen, die das Antriebsrad im Stillstand blockieren. Zusätzlich gibt bei Rollstühlen, die von Begleitpersonen geschoben werden, an den Schiebegriffen Bremshebel, mit den man den Rollstuhl über eine Trommelbremse abbremsen kann.

  11. Fußbrett und Beinstützen
  12. Ein durchgehendes Fußbrett verleiht dem Rollstuhl mehr Stabilität und ist leichter als geteilte Beinstützen. Ein klapp- oder schwenkbares Fußbrett erleichtert das Ein- und Aussteigen und ist besonders geeignet für Nutzer, die aus eigener Kraft aufstehen können oder den Rollstuhl „trippelnd“ fortbewegen möchten. Durch das Abnehmen der Beinstütze lässt sich der Rollstuhl auch vorübergehend verkürzen.

  13. Rückenpolster
  14. Eine in Höhe und Winkel flexibel einstellbare Rückenlehne lässt sich optimal an die Anatomie des Rollstuhlfahrers anpassen. Die Auswahl der Polsterung sorgt für idealen Sitzkomfort und Dämpfung

  15. Seitenteile
  16. Die Seitenteile bestehen in der Regel aus Armlehne und Kleiderschutz. Armlehnen gibt es in verschiedenen Längen und Formen und helfen beim Hochstützen und Festhalten, z.B. bei Hindernisüberwindung mit einer schiebenden Person. Zu weit nach vorne montiert behindern Sie allerdings das Heranfahren an Tischen. Für ein leichteres Umsetzen sind die Armlehnen in der Regel klapp- oder steckbar montiert. Sie werden meist zusammen mit einem Kleiderschutz montiert, der verhindert, dass die Kleidung in die Räder gerät oder verschmutzt wird.

  17. Beckengurt
  18. Beckengurte dienen zur Positionierung und Stabilisierung von Becken und Oberkörper, so dass der Rollstuhlfahrer nicht aus seinem Sitz herausrutschen kann.

  19. Lenkräder
  20. Lenkräder gibt es als Vollgummi- oder Luftreifen. Luftreifen können zwar Bodenunebenheiten besser abdämpfen, haben aber einen höheren Rollwiderstand. Kleine Lenkräder sind wendiger und lassen sich besser kontrollieren als große Lenkräder, weil sie weniger Platz brauchen. Große Lenkräder haben den Vorteil, dass sie Unebenheiten und schlechte Wegstrecken besser ausgleichen. Lenkgabel dienen der Befestigung von Lenkrädern. Die Größe der Lenkgabel wirkt sich auf die Sitzhöhe aus und ihre Neigung auf den Nachlauf. Ein großer Nachlauf verbessert den Geradeauslauf. Ein kleiner Nachlauf erhöht die Wendigkeit des Rollstuhls, birgt aber auch die Gefahr des Flatterns der Räder.

Zusätzliche Bauteile:

  1. Ankipphilfe
  2. Die Ankipphilfe erleichtert der Begleitperson, durch einfaches draufstellen auf den Ankippbügel, das Ankippen des Rollstuhls zur Hinderisüberwindun

  3. Kippschutz
  4. Hinten am Rollstuhl angebrachte Stützräder verhindern das Überschlagen des Rollstuhls nach hinten, was bei ungeübten Selbstfahrern, die ihren Schwerpunkt weit nach hinten gelegt haben, von Vorteil sein kann.

  5. Sturz
  6. Der Sturz bezeichnet den Grad der Schrägstellung der Räder. Beim negativen Sturz stehen die Räder unten weiter auseinader als oben. Dadurch hat der Rollstuhl eine breitere und stabilere Spur, was die seitliche Kippsicherheit erhöht und den Greifwinkel auf die Greifreifen verbessert. Ein Nachteil des negativen Sturzes sind seine schlechteren Geradeauslaufeigenschaften. Hat der Rollstuhl keinen Sturz, stehen die Räder senkrecht.